Wenn Sie aus bestimmten Gründen umziehen, lässt sich ein erheblicher Teil der Umzugskosten von der Steuer absetzen, etwa mit der Umzugskostenpauschale.

Wer profitiert von der Umzugskostenpauschale?

In den Genuss dieser steuerlichen Erleichterung kommen hauptsächlich Personen, die aus beruflichen Gründen umziehen. Das betrifft zum Beispiel Auszubildende oder Studierende, die nach ihrem Abschluss ihre erste Stelle antreten. Oder Angestellte, die den Standort oder die Firma wechseln. Auch wer durch einen Umzug näher an seiner Firma wohnt und einen deutlich kürzeren Fahrtweg hat – es muss insgesamt eine Stunde Fahrtzeit pro Tag eingespart werden – kann einen berufsbedingten Umzug geltend machen und von der Umzugskostenpauschale profitieren.

Neben den berufsbedingten Gründen erkennt das Finanzamt bei der Gewährung der Umzugskostenpauschale auch gravierende gesundheitliche Gründe an. Etwa wenn aufgrund einer Krankheit oder Behinderung eine neue Wohnung notwendig wird, die beispielsweise barrierefrei ist.

Wie hoch fällt die Umzugskostenpauschale aus?

Die Höhe der Umzugskostenpauschale steigt jedes Jahr für jede Person des Haushalts leicht an. Entscheidend ist, dass der Zeitpunkt des Umzugs nach einem bestimmten Stichtag liegt. Wer beispielsweise in diesem Jahr am oder nach dem 1. April umgezogen ist, hat bereits Anspruch auf die erhöhte Pauschale.

Übersicht der Umzugskostenpauschalbeträge

Zeitpunkt des UmzugsPauschale für VerheiratetePauschale für SinglesErhöhungsbetrag für Kinder
Ab 01.03.20181573 Euro787 Euro347 Euro
Ab 01.04.20191622 Euro811 Euro357 Euro
Ab 01.03.20201639 Euro820 Euro361 Euro

Für Alleinerziehende, Verwitwete und Geschiedene gilt, dass sie für sich selbst den Pauschalbetrag für Verheiratete ansetzen, Kinder erhalten wie sonst auch den normalen Erhöhungsbetrag.

Übrigens: Wer innerhalb von fünf Jahren vor seinem aktuell geplanten berufsbedingten Umzug schon einmal aus beruflichen Gründen umziehen musste, wird besonders stark steuerlich entlastet. In einem solchen Fall erhöht sich die Umzugskostenpauschale nämlich um 50 Prozent.

Muss man die Umzugskostenpauschale nutzen?

Die Umzugskostenpauschale ist ein praktisches Angebot, aber keine Verpflichtung. Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Summe Ihrer umzugsbedingten Ausgaben über Ihrer individuellen Umzugskostenpauschale liegt, lohnt es sich, die Belege zusammenzutragen und einzeln einzureichen. Hier sind Sie klar im Vorteil, wenn Sie ein professionelles Umzugsunternehmen engagiert haben, das Ihnen alle Kosten und Belege übersichtlich und lückenlos zur Verfügung stellt.

Umzugskosten, die Sie steuerlich geltend machen können:

  • Anzeigen für die Wohnungssuche in verschiedenen Medien
  • Vertraglich erforderliche Schönheitsreparaturen in der alten Wohnung
  • Gebühren für die Ummeldung beim Einwohnermeldeamt sowie fürs Auto, Telefon- und Internetanschluss
  • Einbau der Küche und von anderen elektrischen Geräten sowie Lampen
  • Änderungsarbeiten an Vorhängen und Gardinen
  • Verpflegung und Trinkgeld für professionelle und private Umzugshelfer

Zu den Umzugskosten, für die Sie auch bei Umzügen aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen keine steuerliche Vergünstigung erwarten können, zählen etwa: Maklergebühren, Einlagerungskosten für Möbel und Renovierungsarbeiten an der neuen Wohnung.

Ganz konkret: So gehen Sie bei der Steuererklärung vor

Die Kosten für Ihren Umzug können Sie auf Seite 2 der Anlage N absetzen – und zwar in den Zeilen 45 bis 48. Wenn Sie dabei auf Probleme stoßen, bietet beispielsweise das Elsterforum der deutschen Finanzämter hilfreiche Einträge rund um die Umzugskostenpauschale. Alternativ können Sie auch jedes Jahr – oder zumindest für das Jahr des Umzugs – die Hilfe eines Steuerberaters in Anspruch nehmen.

Check24 Vergleichsportal Strom, Gas und Heizöl
Elsterforum aufrufen

Elsterforum

Verbraucherforum für Deutschland

  • Hilfestellung zur elektronischen Steuererklärung
Elsterforum aufrufen